Liebe Meidlinger, Liebe Mitbürger!
Ich bin nach den ganzen Ereignissen recht verwirrt, und ich wünsche mir nur, dass das Ganze sich zum Guten wendet.
Was bis jetzt geschah (sehr kurze Version):
- Vor gut einem Jahr haben wir die schreckliche Information bekommen, dass die ÖVP eine totale Verbauung des Springerparks plant. Die Operation lief unter dem Code-Namen: "Auf gute Nachbarschaft"
- Kurz darauf hat sich die Bürgerbewegung BI "Tivoli-Alarm - Rettet den Springer-Park" gebildet.
- Auf Druck der Anrainer der Julius-Raab Siedlung und der Pressearbeit der BI hat der Bezirk eine Bürgerversammlung einberufen, bei der Direktor Halper ein reduziertes Projekt vorgestellt hat, bei dem es "nur" ein Mega-Hotel gab. Ach ja, auf diesem Plan gab es irrtümlicherweise noch zwei Punkthäuser, aber es wurde uns versichert, dass dies nichts zu bedeuten hatte.
- Die Bürgerinitiative hat vehement dagegen gekämpft und hat einen Teilerfolg errungen: Der Bezirk hat beschlossen, die Umwidmung vorläufig zu stoppen.
- Wenig später wurden alle beteiligten Parteien (auch die BI) ins Rathaus gerufen/eingeladen, und es wurde klar, dass die Umwidmung doch weiterlaufen soll...
- Es wurde sehr eng. Die Positionen haben sich verhärtet. Man konnte nur Schlimmes befürchten.
- Dann kam die Alternativ-Idee mit dem Marillenalm-Projekt. Das war klarerweise der einzige Ausweg aus der Sackgasse. Ich konnte diesem Projekt durchaus auch positive Aspekte abgewinnen. Schließlich bedeutete diese Alternative, dass kein Mega-Hotel im Springer-Park gebaut werden würde. Der Springer-Park sollte öffentlich werden mit wunderschönen Spielplätzen, das alte Hotel würde abgerissen werden, etc. Auf der anderen Seite würde dem neuen Projekt die bestehende Marillenalm zum Opfer fallen - keine schöne Sache!
Wenn ich aber die Wahl habe zwischen diesem Alternativprojekt und der Verbauung des Springerparks, dann wähle ich ganz sicher die Marillenalm-Option!
- Es kam zu einer weiteren Bürgerversammlung. Da wurde wieder die Frage nach der Notwendigkeit von so einem Hotel gestellt. Für die meisten war es klar, dass dies nur
die Interessen eines kleinen Kreises innerhalb der ÖVP repräsentiert. Viele waren mit dieser Alternative nicht zufrieden.
- Es hat sich die Marillenalm-Bürgerbewegung gebildet.
- Beide Bürgerbewegungen fordern eine Bürgerbefragung.
- Auf Gemeindeebene wurde die Umwidmung beschlossen.
- Die Bürgerbewegung Marillenalm startet diverse Aktionen auf der Marillenalm und innerhalb des Bezirks.
- Die BI Tivoli-Alarm wird vor bloße Tatsachen gestellt. Die BI verweigert alle Verhandlungen, bis ihre Forderungen erfüllt werden.
Ich bin seit der Gründung der Bürgerinitiative dabei, und ich habe mich die ganze Zeit nach einer langfristigen Lösung gesehnt.
Ich wünsche mir einen geregelten Zustand, bei dem es klar ist, wo gebaut werden kann und wo nicht. Ich wünsche mir klare Verhältnisse bei der Frage, ob der Springer-Park öffentlich genützt werden darf oder nicht. Ich wünsche mir eine gesicherte (und ernst gemeinte) Pflege für den Springer-Park und für die Marillenalm. Ich wünsche mir, dass es die grüne Lunge auch für meine Kinder gibt.
Ist es zu viel verlangt? Bin ich ein Träumer?
Tsvetan Bikov