Im Jänner 2009 platzte die Bombe: Laut eines ursprünglich geheimen Plandokuments beabsichtigte die Politische Akademie der ÖVP dank eines politischen Deals mit der SPÖ aus dem Jahr 1993 die totale Verbauung des Springer-Parks. Vorgesehen waren die Errichtung eines Wellness-Hotels, einer Tiefgarage und der Bau von mindestens (!) vier mehrstöckigen Wohnblöcken im streng geschützten Park- und Landschaftsschutzgebiet. Eine Visualisierung des politisch motivierten Realitätsverlustes sehen Sie hier:
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Nach massiven Anrainerprotesten und einer klaren Absage der meisten Meidlinger BezirkspolitikerInnen wurde von der PolAk am 7. Mai 2009 bei der BürgerInnenversammlung ein geänderter Verbauungsplan vorgestellt. Auf die Errichtung der vier Wohnblöcke samt Tiefgarage im Nordteil des Areals wurde offiziell verzichtet, an der Errichtung des Hotelkomplexes mit Tiefgarage südlich des Springer-Schlössls hingegen nicht. Sogar eine neue Wohnblock-Variante tauchte auf ...

Wie auf dem rechten 3D-Bild der Präsentation von PolAk-Direktor Dr. Halper vom 7. Mai 2009 zu erkennen, waren neben dem Hotel-Grundriss zwei neue - bisher unbekannte - Wohngebäude nahe der Anrainer Hohenbergstraße 44 bis 46 zu sehen. Darauf angesprochen erklärte Dr. Halper knapp, dass es sich bei dieser versehentlich gezeigten Folie "um einen Irrtum handeln" müsse ...
Diese peinliche Aussage - die wir im Bemühen um gute Nachbarschaft nicht näher kommentieren wollen - trug jedenfalls nicht zur Beruhigung der Anrainer bei. Im Gegenteil - sie machte uns noch skeptischer, noch nachdenklicher und noch zorniger. Diese Panne bewies einmal mehr, dass - entgegen zahlreicher Medienmeldungen - die Verbauung des Landschafts- und Parkschutzgebiets samt lukrativer Wohnblöcke noch lange nicht vom Tisch war!!!
Wir sollten leider Recht behalten: Ende Juni 2009 wurde der Bürgerinitiative 'Tivoli-Alarm - Rettet den Springer-Park' mitgeteilt, dass das Areal 'Tivoli' - allen demokratischen Beschlüssen der BürgerInnenversammlung und Expertenmeinungen zum Trotz - durch politische Intervention der ÖVP in das laufende Umwidmungsverfahren wieder aufgenommen wurde. Dieses selbstherrliche Agieren einer staatstragenden Partei hat einen Proteststurm in der Bevölkerung und unter (Denkmalschutz)experten ausgelöst - nicht nur in Meidling.
Die im September 2009 präsentierte Alternative zur Verbauung der 'Marillenalm' wurde in der Bevölkerung heftig diskutiert. Sogar eine zweite Bürgerinitiative ('Rettet die Marillenalm') hat sich gebildet.
Im Juni 2010 hat eine BürgerInnenbefragung Klarheit über das weitere Schicksal des Park- und Landschaftsschutzgebietes 'Springer-Park / Marillenalm' gebracht: Die Bevölkerung lehnt wie immer geartete Baumaßnahmen strikt ab und will den Erhalt der gesamten grünen Lunge Meidlings. Mittlerweile auch die ratlose Politik, wie die Beschlüsse auf Bezirks- und Gemeinde-Ebene ergeben. Doch Vorsicht! Die Rückwidmung der Marillenalm in Park- und Landschaftsschutzgebiet ist bis heute nicht erfolgt!